René Adlers Ehefrau – „Arbeite, seit ich 14 bin“: Spielerfrau Lilli Hollunder räumt mit Klischees auf

Es war ein mutiges Statement: Auf ihrem Blog „Little Hero“ schriebt die auf Engagements wartende Lilli: „Wie lange darf ich mich eigentlich noch Schauspielerin nennen, wenn doch der letzte Drehtag immer weiter in die Ferne rückt?“ Hollunder prangert an, dass immer nur „dieselben Gesichter“ besetzt würden. „Alle anderen lechzen nach Arbeit, haben Nebenjobs, um Miete und Krankenkasse zahlen zu können.“

Doch ihre Ehrlichkeit stieß in den sozialen Netzwerken einigen ihrer Follower übel auf: „Vielleicht sollte sie es mal mit einen normalen Job versuchen, anstatt hier herum zu heulen. Was sollen denn Menschen sagen die für unter 1000 Euro arbeiten gehen und auch nur befristete Arbeitsverträge haben“, hieß es da. Oder: „Sie muss sich nie wieder Gedanken machen über Essen, Miete bezahlen usw. Und dann so ein Gejammere? Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die für ihr Geld arbeiten müssen.“

Aber lebt es sich als Spielerfrau wirklich so einfach (und luxuriös), wie es ihr in den Negativ-Kommentare unterstellt wird? FOCUS Online fragte bei Lilli Holunder nach.

FOCUS Online: In Ihrem Blog littlehero.de verraten Sie sehr viele persönliche Details über sich, zum Beispiel dass Sie unter Neurodermitis leiden oder eben auch, dass Sie gerade eine berufliche Krise haben. Das macht Sie sehr angreifbar. Wie gehen Sie mit negativen Kommentaren um?

Lilli Holunder: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mich komplett kalt lässt, aber es erschüttert mich auch nicht. Ich war sechs Jahre weder auf Facebook aktiv noch auf Instagram vertreten, daher ist es derzeit ein Lernprozess eben auch mit Negativem umzugehen.

FOCUS Online: Was sagen Sie zu der Kritik, Sie sollten sich doch einfach einen „normalen“ Job suchen, wenn es mit der Schauspielerei nicht klappt?

Lilli Holunder: Ich arbeite seit ich 14 bin. Ich habe schon viele normale Jobs gemacht. Aber es ist natürlich einfach mit dem Finger auf mich zu zeigen nach dem Motto, ,Schau mal, die ist mit einem Fußballer zusammen, die macht sich nicht die Finger schmutzig‘.

FOCUS Online: Sie sind mit einem Bundesliga-Spieler verheiratet. Da ist es kein Geheimnis, dass Ihr Mann gut verdient. Inwiefern unterstützt er Sie in Ihrer Job-Krise?

Lilli Holunder: Er unterstützt mich genau so wie jeder andere Ehepartner das hoffentlich auch tut. Vor allem emotional. Er hat in seinem Job gelernt, immer wieder mit schwierigen Situationen umzugehen.

FOCUS Online: Was sagen Sie zu der Kritik, Sie würden „auf hohem Niveau jammern“ und dass Sie als Frau eines Fußballers nicht über Geldsorgen klagen sollten?

Lilli Holunder: In meinem Essay geht es weder um Geld noch ums Jammern. Es geht um meine persönlichen Träume und Ziele. Ich finde, die darf ich haben, auch wenn mein Mann Fußball spielt!

FOCUS Online: Auch wenn Sie den Ausdruck sicher nicht gerne hören – wie sieht Ihr Leben als „Spielerfrau“ wirklich aus? Können Sie mit ein paar Klischees aufräumen?

„Auch Spielerfrauen sind Menschen“

Lilli Holunder: Einige Klischees treffen vollkommen zu, andere weniger. Auch ich hatte anfangs meine Vorurteile und Probleme mit diesem Etikett. Dann habe ich erkannt, auch Spielerfrauen sind Menschen.

FOCUS Online: Sie waren schon lange vor Ihrer Ehe Schauspielerin. Was halten Sie von Spielerfrauen, die scheinbar die Prominenz ihrer erfolgreichen Gatten nutzen, um selbst im Rampenlicht zu stehen?

Lilli Holunder: Das muss sowohl der Gatte als auch die dazugehörige Frau für sich wissen. Wenn beide mit dem Weg glücklich sind und keinem wehtun, warum es dann kritisieren?

FOCUS Online: Welche Rolle würden Sie gerne angeboten bekommen, bei welchem Angebot würden Sie sofort zuschlagen?

Lilli Holunder: Ich bin Fan von Ärzte- und Krimi-Serien. In diesen Rollen könnte ich noch heimliche Träume ausleben. 

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