Trump erhielt kein Geld aus Russland – „mit wenigen Ausnahmen“

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Die US-Regierung hat ein Statement der Anwälte Donald Trumps veröffentlicht, aus dem hervorgehen soll, dass der US-Präsident in den vergangenen zehn Jahren keine geschäftlichen Verbindungen nach Russland pflegte. Damit reagierte das Weiße Haus offenbar auf die wiederaufgeflammte Diskussion über Trumps Russland-Kontakte, nachdem er FBI-Chef James Comey entlassen hatte.

Die Steuereinnahmen Trumps „weisen kein Einkommen aus russischen Quellen aus … mit wenigen Ausnahmen“, schreiben die Anwälte der Kanzlei Morgan Lewis & Bockius in dem Brief laut „New York Times“. Ebenso habe Trump keinerlei Schulden bei Russen.

Allerdings, so heißt es weiter, verdiente Trump im Jahr 2013 12,2 Millionen Dollar mit dem Miss-Universe-Wettbewerb in Moskau, der von ihm veranstaltet wurde. Der Verkauf eines Anwesens in Florida an einen russischen Milliardär brachte Trump 95 Millionen Dollar im Jahr 2008 ein. Zusätzlich, so schreiben die Juristen, wurden für Trump in den vergangenen zehn Jahren von Russen Hotelzimmer, Wohnungen und Golftouren bezahlt, und sie zahlten für Produkte der Trump-Marke wie Wein, Matratzen und Krawatten.

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Um welche Beträge es sich dabei handelte, wurde nicht gesagt. Die beiden Anwälte betonen, dass ihre Aussagen nur das vergangene Jahrzehnt umfassen, weil sie erst ab diesem Zeitpunkt Trumps Vertretung übernommen haben.

Beträchtlicher Gewinn

Bestätigt werden mit dem Brief die Vermutungen, dass Trump mit dem Verkauf des Strandobjekts Maison de L’Amitie in Palm Beach einen beträchtlichen Gewinn gemacht hatte. Laut der Zeitung hatte er das Luxusobjekt im Stil eines neoklassizistischen Palastes 2005 für 41 Millionen Dollar erworben und es also nur vier Jahre später für weit mehr als das Doppelte an den russischen Milliardär Dmitri Rybolowlew verkauft.

Trump warnt Comey via Twitter

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Erst verhöhnte Donald Trump den zuvor gefeuerten FBI-Chef in einem Fernsehinterview als Angeber, und nun legt er nach: Auf Twitter warnte der US-Präsident Comey, mit internen Informationen an die Medien zu gehen.

Quelle: N24/ Steffen Schwarzkopf

Einige Steuerexperten zweifeln laut „New York Times“ Teile des Briefes an und fragen sich, wie die Anwälte „russische“ Quellen und Gläubiger definieren. Große russische Unternehmen würden häufig Tochtergesellschaften in Zypern, den Niederlanden oder den Britischen Jungferninseln benutzen, um Überseegeschäfte abzuwickeln.

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Trump war in den USA in die Kritik geraten, weil er seine Steuererklärung nicht veröffentlicht hatte. Dies hatte zu Spekulationen geführt, dass er geschäftliche Verbindungen nach Russland verstecken wollte. Der US-Sender MSNBC hatte im März lediglich über zwei Seiten einer Steuererklärung Trumps aus dem Jahr 2005 berichtet, die ihm zugespielt worden waren. Vor wenigen Tagen hatte Trump FBI-Chef Comey entlassen, der die Ermittlungen zur russischen Beeinflussung des US-Wahlkampfes und zu möglichen illegalen Verbindungen von Trumps Team nach Russland führte.