Geheimtipps für einen Traumurlaub – Sieben Dinge, die Sie nur auf den Malediven erleben können

Geheimtipps für einen Traumurlaub: Sieben Dinge, die Sie nur auf den Malediven erleben können

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Puderzuckerstrand, Palmen und türkisfarbenes Wasser – mit diesen Attributen locken viele Urlaubsparadiese rund um den Globus. Doch was macht gerade die Malediven so besonders? FOCUS-Online-Autorin Michaela Strassmair hat sich auf die Reise begeben, um das Geheimnis dieser Trauminseln im Indischen Ozean zu lüften.

  • Auf den Malediven können Urlauber ihre Ferien ohne Schuhe verbringen.
  • Beim Sprung ins glasklare Wasser, wird man sofort von einer Vielzahl bunter Fische umringt.
  • Im Unterwasserrestaurant „Itaah“ speisen Gäste fünf Meter unterm Meerespiegel.

Ich bin weder Honeymoonerin noch Strandnixe noch Taucherin. Im Gegenteil: Heiraten hat mich noch nie interessiert. In der Sonne halte ich es sowohl auf der Liege als auch im allerweichsten Sand nicht lange aus. Und als Windsurferin will ich gar nicht so genau wissen, was unter mir im Meer alles herumschwimmt, da mich sonst die Furcht vor dem nächsten Sturz ins Wasser quält.

Was soll ich also bitteschön auf den Malediven? Die 1192 Inseln im Indischen Ozean, die sich wie eine 1000 Kilometer lange Kette südwestlich von Sri Lanka bis zum Äquator erstrecken, erleben gerade einen unglaublichen Boom. Und das, obwohl die Malediven ein streng islamischer Staat sind.

Zu den rund 150 Luxushotels, die fast alle auf einzelnen Inseln gebaut sind, kamen im vergangenen Jahr elf neue Resorts hinzu. Im Jahr 2017 sollen weitere 20 Neueröffnungen folgen. Dieser Hype hat mich neugierig gemacht, so dass ich mich auf die Suche nach dem Geheimnis der Malediven machte – mit erstaunlichen Ergebnissen.

1. Mit der größten Wasserflug-Luftfahrtgesellschaft der Welt zum Hotel

Flughäfen haben für mich nichts Reizvolles an sich, da man meistens viel Zeit auf unbequemen Sitzen tot schlagen, sich in langen Schlangen anstellen oder durch lieblose Shoppingmeilen gehen muss. Der Male International Airport ist anders. Innen ist er genauso langweilig und hässlich wie viele andere, aber nach wenigen Schritten ins Freie hüpft mein Herz. Das türkisfarbene Meer gluckst gegen die Hafenmauer, an der ein weißes Boot nach dem anderen anlegt und Menschen bringt oder mitnimmt. Und schon fährt mein Transferbus zum Wasserflughafen ab.

Fünf Minuten dauert die Fahrt, dann spielt Zeit keine Rolle mehr, selbst das Warten auf den Weiterflug macht mir nichts aus. Denn das Setting aus im smaragdgrünen Wasser schaukelnden Turboprop-Maschinen, Stewards, die auf den Schwimmern der Flugzeuge balancieren, Kulis, die mit Koffern beladene Handkarren zum Landesteg schieben und den im fünf Minuten-Takt startenden und landenden Wasserflugzeugen ist wie in einem Kinofilm.

Trans Maldivian Airways heißt die größte Wasserflug-Luftfahrtgesellschaft der Welt, die hier täglich mit 27 Twinotter-Maschinen zwischen 40 Inseln hin- und herhüpft. Nur zehn Passagiere sitzen in meinem Wasserflugzeug, das von zwei Piloten in Badeschlappen geflogen wird.

Der Blick aus dem Fenster lässt alles Klappern und Scheppern der Maschine vergessen: Das Blau des Indischen Ozeans ist gespickt mit türkisfarbenen Flächen und weißen Sandringen. Wie Kunstwerke wirken die Atolle mit ihren verstreuten Inselchen, als hätte man sie aufs Wasser gemalt.

Flüge:

Die günstigsten Tarife bietet die seit 2011 jedes Jahr erneut zur besten Airline Europas gekürte Turkish Airlines an, mit einem Stopp in Istanbul.

2. Urlaub ohne Schuhe: Willkommen im Paradies der Barfuß-Inseln

Badeschlappen? Überflüssig! Schicke Sandalen fürs Abendessen? Unerwünscht! Ich wollte es nicht glauben und habe sie in den Koffer gestopft. Doch auf einer Barfuß-Insel wie es die meisten maledivischen Eilande sind, braucht man tatsächlich keine Schuhe. Im Gegenteil, sie stören nur. Denn die Hotel-Inseln bestehen komplett aus puderzuckerweichem Sand, der weiß bis zartrosa leuchtet und täglich gesäubert und gerecht wird.

Bessere Voraussetzungen fürs Barfußlaufen gibt es nicht. Der Sand liegt nicht nur am Strand und auf den Wegen, sondern dient auch als Boden in der Lobby, in Bars und Restaurants. Von Früh bis Spät mit nackten Füßen unterwegs zu sein und die Zehen bei jedem Schritt in den Sand zu graben, vermittelt mir ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit – plus den ultimativen Urlaubskick.

„Unsere Gäste erleben überall die natürliche Schönheit der Insel“

Exklusive Luxushotels wie das neu eröffnete 5-Sterne-Resort Milaidhoo Island im Baa-Atoll haben sich den lässigen Barfuß-Lifestyle auf die Fahne geschrieben. Sie fordern ihre Gäste auf, die Schuhe auszuziehen, sobald die Urlauber die kleine Insel betreten und sie erst wieder zur Abreise anzuziehen. „Europäer lieben es, draußen zu sein, deshalb haben wir alles so gestaltet, dass unsere Gäste überall die natürliche Schönheit der Insel erleben können – und das fängt mit dem Barfußgehen an“, erklärt Milaidhoo-Manager Shuhan.

3. Mit einer Meeresbiologin Korallen pflanzen

Die gelebte Nähe zur Natur spiegelt sich im Milhaidoo auch in einem ganz besonderen Projekt wider, dem Pflanzen von Korallen. Zusammen mit der für das Resort arbeitenden Meeresbiologin Nina gehe ich auf Schnorcheltour, um abgebrochene, halbtote Korallenstücke zu sammeln, die dem Warmwasserphänomen El Niño im vergangenen Jahr zum Opfer gefallen sind. Mit Kabelbindern fixieren wir die Tiere auf einem käfigartigen Metallgestell, das wie ein 3-D-Spinnennetz aussieht.

15 Zentimeter pro Jahr wachsen die schnellsten Korallen. Sobald das Eisengestell umwachsen ist, kann das künstliche Mini-Riff draußen am großen Riff angesiedelt werden. Pippa und Will haben auch fleißig Korallen gepflanzt, wie man an dem Namensschild auf „ihrem“ Käfiggestell unter Wasser in der Aufzuchtstation unter dem Steg zu den 30 Wasservillen lesen kann. „Für viele Gäste ist das Namensschild am Gerüst eine tolle Erinnerung, dass sie mit eigenen Händen einen Teil zum Schutz der Malediven beigetragen haben“, sagt die Meeresbiologin.

Weitere Infos: www.milaidhoo.com/things-to-do/marine-biologist

Hotels auf den Malediven:

 

4. Schorcheln statt Tauchen mit den Riesen der Meere

Taucher prahlen gerne mit riesigen und gefährlichen Fischen, denen sie tief unten im Wasser begegnen. Als bekennende Nicht-Taucherin und nicht besonders mutige Schnorchlerin kann ich jetzt trotzdem mitreden. Denn auf den Malediven muss man nicht tauchen, um die ganz Großen der Meere zu sehen.

Im Süden des Ari-Atolls leben ganzjährig Walhaie, die größten Haie der Gegenwart, die bis zu 15 Meter lang und zwölf Tonnen schwer werden. Die meist männlichen Jungtiere sind hier in ihrer Kinderstube im Außenriff zwar erst um die sechs Meter groß, doch der Blick durch die Schnorchelmaske auf die grau-blauen Riesen mit den weißen Tupfen und der breiten, stumpfen Schnauze ist so gigantisch, dass man ihn nie mehr vergisst.

Wie ein Sprung ins Aquarium

Mein Puls schießt in die Höhe, obwohl ich mittlerweile schon so einiges an Fischen direkt im glasklaren Meer vor meiner Wasservilla erlebt habe – es ist wie ein Sprung in ein buntes Aquarium: Blaue Doktorfische, Drückerfische umkreisen mich im glasklaren Wasser – platte Falterfische in ihren Gelb- und Orangetönen, Halfterfische mit ihren fahnenartigen Rückenflossen, Kaiserfische mit ihren dicken Kusslippen und die bunt schillernden Papageienfische, die mit ihrem Schnabel lautstark an den Korallen kratzen sowie mehrere Karettschildkröten gesellen sich dazu.

Nun schweben drei Mantarochen auf mich zu. Ich weiß, dass sie nur Plankton fressen, doch der Blick in ihr aufgerissenes Maul mit der Kiemenreuse und ihre Spannweite von fast drei Metern ängstigt mich. Doch die Drei scheinen zum Spielen aufgelegt und umkreisen mich, statt sich in aller Ruhe von den kleinen Putzerfischen säubern zu lassen – der eigentliche Grund, warum sie an das Riff namens Rasfari Point vor dem Coco Bodu Hithi-Resort im Nord-Male-Atoll kommen. Ich stelle mich tot und bewundere die ästhetischen Flügelschlag-Bewegungen ihrer Flossen in Super-Slow-Motion.

Von Dezember bis Ende April lassen sich auf dem Weg zum so genannten „Manta Spa“ auch Delfine blicken. In der Haifaru-Bucht im Baa-Atoll finden sich von Juni bis November Hunderte von Mantarochen zur weltgrößten Manta-Versammlung ein, weil es dort zu dieser Zeit besonders leckeres Plankton gibt.

5. Fünf Meter unter oder über dem Wasser speisen

Wer keine Lust auf Schnorcheln, Tauchen und Salzwasser schlucken hat, aber trotzdem bunte Fische gucken will, kann das auch ganz gemütlich bei einem Essen tun. Denn auf Rangali Island im Süd-Ari-Atoll eröffnete 2014 das erste fünf Meter unter der Wasseroberfläche gelegene Restaurant. „Itaah“ heißt das Aushängeschild des Hotels „Conrad Maldives“, dessen bis zum Fußboden reichende, bogenförmige 12,5 Zentimeter dicken Plexiglaswände freien Blick ins Meer geben. Kein Wunder, dass Gäste lange vorher reservieren müssen, um dort zu speisen.

Seit November 2016 gibt es aber auch ein zweites Unterwasserrestaurant auf den Inseln – im neu eröffneten Hurawalhi Island Resort im Lhaviyani-Atoll. 5,8 Meter unter dem Meeresspiegel liegt das derzeit größte Unterwasserlokal der Welt, das acht Paaren besonders tiefgründige Romantik beim Speisen bietet.

Wenn wir schon bei Neuheiten sind: Wer Kontakt zu Fischen will, kann auch über Wasser auf traditionellen Dhoni-Booten dinieren, die im Meer vor der Insel Milaidhoo im Baa-Atoll liegen. Eines dieser typischen Holzboote ist für Draußen-Sitzer wie mich konzipiert, die gerne im luftigen Kleidchen unterm Sternenhimmel sind.

Das andere Boot ist für Fans von Klimaanlagen, die in den Tropen partout nicht schwitzen wollen. Sie können durch einen Glasboden zwischen den Holzplanken die Unterwasserwelt beobachten. Das neu eröffnete Restaurant „Batheli“ serviert nach eigenen Angaben die einzige, traditionelle Inselküche der Malediven, wozu selbstverständlich viel frischer Fisch gehört wie der berühmte Gelbschwanz-Thunfisch.

6. Gut für Langschläfer: Zwei Stunden geschenkte Zeit am Tag

Im Urlaub ist es mir egal, wie spät es gerade ist. Wobei ich gestehen muss, dass ich aufgrund dieser Einstellung Sonnenaufgänge nur selten erlebe. Wie gut, dass einige maledivische Hoteliers ein Herz für Langschläfer haben und aufgrund einer Gesetzeslücke auf die verrückte Idee gekommen sind, die Zeit einfach umzustellen.

So ticken die Uhren auf den Malediven anders – je nachdem auf welcher Insel man ist. Während die einen sich an der indischen Zeit orientieren, also plus vier Stunden zur mitteleuropäischen Zone, stellen andere Hotelinseln die Uhr einfach um eine oder zwei weitere Stunden zurück. Der Grund für diese Kuriosität: Auf den Malediven gibt es kein Gesetz, das eine einheitliche Uhrzeit vorschreibt.

 

Ziel der Zeitverschiebung ist es, den Gästen mehr Urlaubszeit zu schenken. So passiert alles einfach ein bis zwei Stunden später. Die Sonne plumpst nicht schon um 18 Uhr vom lila-pink-orangefarbigen Horizont ins Meer. Urlauber können länger im Infinity-Pool plantschen und müssen sich zum Sundowner nicht beeilen.

Ebenso muss niemand schon um sechs Uhr morgens aufstehen, um den Sonnenaufgang zu erleben. Auf diese Weise bekommt man Tageszeit geschenkt, beispielsweise eine Stunde im Coco Bodu Hithi im Nord-Male-Atoll oder zwei Stunden im neu eröffneten Finolhu auf Kanufushi Island im südlichen Baa-Atoll.

Beste Reisezeit:

Von November bis April scheint die Sonne oft neun Stunden am Tag bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius, nachts fällt das Thermometer selten unter 25 Grad. Von Mai bis Oktober bringt der Südwestmonsun die Regenzeit mit Niederschlägen und Stürmen, wobei die Sonne immer noch durchschnittlich vier Stunden pro Tag scheint. Die Wassertemperatur liegt konstant um die 27 Grad.

7. Picknick auf der untergehenden Sandbank

Ohne Sonnenbrille geht hier gar nichts: Die kleine Sandbank strahlt in derart hellem Weiß aus den Türkistönen des Indischen Ozeans, dass es fast schon in den Augen schmerzt. Das ist jedoch nicht die einzige Besonderheit dieses einmaligen Sandfleckens: Er ist nur in der Zeit von Dezember bis Mai da, dann verschluckt ihn das Meer, um ihn ein paar Monate später wieder auszuspucken.

In dieser Zeit ist die Sandbank heiß begehrt – für ein Picknick in absoluter Abgeschiedenheit und Einsamkeit. Paare, die die maximale Romantik suchen, lassen sich hierher schippern, um dann unter einem provisorischen Sonnendach auf Palmblättern Köstlichkeiten zu naschen. Beliebt ist das Bilderbuch-Setting mitten im Ozean auch für Heiratsanträge und Kuschelmomente von Honeymoonern.

In mir löst die traumhafte Sandbank eher Gedanken an den steigenden Meeresspiegel aus, der das flachste Land der Welt bedroht. Das Staatsgebiet der Malediven besteht zu 90 Prozent aus Wasserflächen. Und die meisten Inseln liegen durchschnittlich nur einen Meter über dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung befindet sich mit einer Höhe von 2,4 Metern auf Vilingilli im Addu-Atoll ganz im Süden. Nicht auszudenken, wenn dieses Inselparadies für immer vom Meer verschluckt würde.

Im Video: Blick auf Meer, Metropole und Malediven – Wellness mit Aussicht