Vater verklagt Hersteller von „Monster“ Energydrinks

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Immer wieder landen Energydrinks wegen ihrer schädlichen Wirkungen in den Schlagzeilen: Der übermäßige Konsum der süßen Fitnessgetränke führt aber nicht nur zu harmlosen Bauchschmerzen – mehrere Menschen sollen ihren unbändigen Durst nach Red Bull und Co. schon mit dem Leben bezahlt haben.

Besonders die Hersteller von „Monster Energy Drinks“ mussten mehrfach vor Gericht Stellung beziehen, ob sie eine Mitschuld am Tod von jugendlichen Konsumenten tragen. Wie das Online-Portal „TMZ.com“ berichtet, hat der Vater eines im Jahr 2015 verstorbenen Teenagers in den USA jetzt eine Klage gegen das Unternehmen eingereicht.

Dustin Hood hatte innerhalb von 24 Stunden dreieinhalb Dosen mit je 680 Milliliter Inhalt getrunken. Nachdem der 19-Jährige die letzte Dose geleert hatte, spielte er Basketball, kollabierte auf dem Spielfeld und schlug mit dem Gesicht auf dem harten Untergrund auf. Er wurde daraufhin sofort in ein Krankenhaus gebracht, wo er aber wenig später verstarb.

Tod durch zu viel Koffein

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Nach den Angaben in der Klageschrift soll Hood an der Folge von schweren Herzrhythmusstörungen gestorben sein. Ausgelöst hätte dies eine Überdosis an Koffein. Die Menge des Aufputschmittels entspräche ungefähr dem, was in 14 Standard-Coladosen (330 ml) enthalten sei. Der Vater fordert nun von der „Monster Energy Company“ Schadenersatz in unbekannter Höhe.

Vor wenigen Jahren landete auch der Fall der 14-jährigen Anais Fournier vor Gericht, die bereits nach dem Genuss von weniger als 1,5 Liter des Getränks innerhalb von 24 Stunden an einem Herzstillstand verstarb. Genau wie in den Prozessen um die US-Amerikaner Alex Morris und Shane Felts einigten sich Kläger und der Hersteller jeweils mit Vergleichszahlungen in unbekannter Höhe.

Jüngere Studien hatten gezeigt, dass größere Koffeinmengen auch bei gesunden Jugendlichen zu einem erhöhten Risiko von Herzproblemen führen können. Von knapp 5.500 dokumentierten Überdosierungen der Substanz in den USA im Jahr 2007 lag bei knapp der Hälfte der Betroffenen das Alter unter 19 Jahren.

Unbekannte Substanzmenge durch „maskiertes Koffein“

In den USA lässt die Zuordnung von Energydrinks zu Nahrungsergänzungsmitteln eine höhere Menge an Koffein zu. Somit kann in einem „Monster“-Drink wesentlich mehr Koffein stecken als in einer Cola. Laut der US-Lebensmittelbehörde FDA ist dort der Gehalt auf 71 Milligramm in einer kleinen Dose beschränkt.

Wie das Juristenportal „Lawyersandsettlements.com“ berichtet, könne neben den angegebenen 240 Milligramm Koffein in einer großen Dose auch „maskiertes Koffein“ enthalten sein. Dieses Koffein steht nicht auf der Zutatenliste und ist noch höher konzentriert als die Stimulanz in gewöhnlichem Kaffee.

Die Vielzahl an Fällen von Geschädigten in den USA hat nun auch einige Anwälte auf den Plan gerufen, die in diesem Bereich ein lukratives Geschäftsfeld vermuten. Ein Rechtsberatungsunternehmen mit mehr als 300 Anwälten hat sich auf den Verbraucherschutz spezialisiert und strebt in größeren Maßstab Klagen gegen Energydrink-Hersteller an.

Neben bereits erfolgten Klagen gegen „Monster“ hat das Unternehmen auch „Red Bull“ oder „Rockstar“ im Visier. Auf einer Website informieren die Juristen über die Gefahren der Getränke, bieten aber gleichzeitig eine leichte Kontaktaufnahme an, falls der Besucher bereits einen gesundheitlichen Schaden davongetragen hat. Möglicherweise droht der Branche bald eine ähnliche Klagewelle wie der Tabakindustrie, die bereits in den 1950er Jahren begann und bis heute anhält.

Haben Energydrinks zum Tod eines Mädchens geführt?

Zwei Dosen eines Energydrinks innerhalb zweier Tage sollen für den Tod eines 14-jährigen Mädchens verantwortlich sein. Das behaupten zumindest die Eltern und haben den Hersteller in den USA verklagt.

Quelle: dapd