Das können Sie selber machen – Neue Tapeten für die eigenen vier Wände

Ob zeitlos, modern oder extravagant: Tapeten dienen nicht bloß dem Schutz und der Isolierung der Wände, sondern sind auch wichtiger Teil der Inneneinrichtung. Bei der Auswahl der Tapeten für die eigenen vier Wände spielt der Stil- und Designaspekt für viele Verbraucher eine große Rolle. Entsprechend umfassend ist das Angebot an Farben, Mustern und Materialien.

Die richtige Tapeten lässt kleine Räume groß und große Räume klein erscheinen: „Bei kleinen, dunklen Räumen empfiehlt sich eine helle Tapete, Muster dürfen nicht zu groß sein“, sagt Ulrike Reich vom Deutschen Tapeten-Institut: „Wer hohe Decken hat und den Raum gemütlicher gestalten will, kann darauf verzichten, die Tapete bis zur Decke anzubringen.“ Die Expertin hat noch einen Gestaltungstrick auf Lager: Wenn ein Raum niedriger wirken soll, sollten gestreifte Mustertapeten quer statt längs angebracht werden.

Tipps für den Tapetenkauf

Die Materialauswahl ist Geschmackssache: „Früher hat man gerne zur Papiertapete gegriffen, heute werden zu 70 Prozent Vliestapeten verwendet“, beobachtet Reich. Papiertapeten hätten den Nachteil, dass man die Einweichzeiten des Kleisters genau beachten und die Bahnen anschließend recht zügig verarbeiten muss.

„Das Anbringen von Vliestapeten ist deutlich einfacher“, sagt die Tapeten-Expertin. Bei Vlies muss der Hausbesitzer nicht die Tapete, sondern die Wand einkleistern, die Tapete wird dann daran direkt darauf abgerollt. „Die einzelnen Bahnen müssen also nicht erst zugeschnitten werden und man braucht nicht unbedingt einen Tapeziertisch“, sagt Reich.

Darauf müssen Sie achten

Doch beim Tapetenkauf kommt es nicht nur auf die Optik an. „Die Empfehlungen der Tapetenhersteller sollten unbedingt beachtet werden“, erklärt Diplom-Ingenieurin Corinna Kodim, Referentin für Energie, Umwelt und Technik bei der Eigentümergemeinschaft Haus & Grund Deutschland. „Sie geben oftmals nützliche Hinweise zur Tapetenauswahl hinsichtlich der Beanspruchung, zum Materialbedarf und bezüglich der zu verwendenden Tapetenkleisters“.

Die meisten im Handel erhältlichen Tapeten sind mit bestimmten Symbolen nach Euronorm versehen, anhand derer sich erkennen lässt, welche Tapete für welchen Raum geeignet ist. „Ein Problem sind immer wieder Wandecken oder unterschiedliche Untergründe wie beispielsweise der Wechsel von Holz auf Beton. Dort reißt die Tapete schnell“, sagt Kodim.

Das kosten Tapeten

Ärgerlich ist es auch, wen scheinbar gleiche Tapeten an der Wand unterschiedlich aussehen. Reich empfiehlt daher, beim Kauf mehrerer Rollen die Seriennummer abzugleichen. „Damit kann ich überprüfen, ob die Rollen auch tatsächlich aus der gleichen Produktlinie stammen.“

Gute Tapetenrollen kosten etwa 15 bis 25 Euro pro Bahn, mit einer Bahn lassen sich im Schnitt fünf Quadratmeter tapezieren.

So viel kosten Handwerker

Wer das Tapezieren nicht selbst übernehmen möchte, kann einen Handwerker beschäftigen. Aber: Nicht jeder Maler tapeziert auch, hier sollte sich der Hausbesitzer vorab erkundigen. Die Kosten für den Handwerker werden in der Regel pro Quadratmeter Wandfläche berechnet. Der zeitliche Aufwand hängt unter anderem davon ab, ob eine gerade Wand tapeziert wird oder ob Fenster, Türen, Ausschnitte oder Rundungen enthalten sind. Muss die alte Tapete noch entfernt oder die Wand glatt gespachtelt werden, erhöhen sich die Kosten.

Ein Ein- oder Zweifamilienhaus tapeziert ein Fachmann laut Kodim innerhalb von einer Woche. Die Kosten liegen zwischen 25 und 100 Euro pro Quadratmeter. „Der Auftraggeber sollte darauf achten, dass sicher gearbeitet wird. Im Treppenhaus zum Beispiel ist ein Gerüst oder eine geeignete Leiter zu verwenden und gut gegen Absturz zu sichern“, rät die Diplom-Ingenieurin.

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Im Video: So tapezieren Sie mit Raufaser